SEO ist tot. Schon wieder. Aber diesmal stimmt es fast.

SEO, GEO, GAIO: Das sollten Sie wissen:
- SEO ist nicht tot – aber unter Druck: 82 % aller Healthcare-Suchanfragen werden bereits mit Google AI Overviews beantwortet, die Click-Through-Rate bricht branchenweit um 61 % ein.
- Das Krokodil-Dilemma: Impressionen steigen, Klicks sinken – die Schere zwischen beiden Kennzahlen öffnet sich mit jedem Quartal weiter.
- ChatGPT als neuer erster Ansprechpartner: 230 Millionen Menschen stellen ChatGPT wöchentlich Gesundheitsfragen – und 70 % davon außerhalb der Arztpraxis-Öffnungszeiten.
- Vertrauen auf Augenhöhe: In Deutschland vertrauen bereits 24,1 % der Bevölkerung ChatGPT bei Gesundheitsfragen – nahezu genauso viel wie Google (24,3 %).
- GEO und GAIO als Evolution, nicht Revolution: Wer Content so aufbereitet, dass KI-Plattformen ihn verstehen, zitieren und Marken namentlich nennen, schreibt letztlich das fort, was gutes SEO schon immer bedeutete.
- E-E-A-T ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht: Ohne ausreichende Expertise-, Autorität- und Vertrauenssignale gelangt Healthcare-Content im YMYL-Bereich gar nicht erst in die Ranking- und Zitierwertung der KI.
- Authority Building über die eigene Website hinaus: Healthcare-Marken werden 6,5-mal häufiger über Drittquellen zitiert als über die eigene Domain – PR, Fachmedien und Social Media sind deshalb integraler Bestandteil jeder modernen SEO-Strategie.
- SEO als Multichannel-Impulsgeber: Ein relevantes Keyword ist heute der Ausgangspunkt für Website, Instagram, TikTok, LinkedIn und YouTube zugleich – und speist so alle KI-Systeme gleichzeitig.
Die Spielregeln ändern sich fundamental
82 % aller deutschen Gesundheits-Suchanfragen werden bereits mit KI-generierten Zusammenfassungen (AI Overviews) beantwortet. 230 Millionen Menschen bitten ChatGPT jede Woche um einen gesundheitlichen Rat. Und 24,1 % der Deutschen vertrauen dem LLM von OpenAI bei Gesundheitsfragen bereits ebenso stark wie Google mit 24,3 %. Aber: Nur etwas mehr als 1% des gesamten Web-Traffics geht auf Webseiten-Besuche zurück, die aufgrund von Verlinkungen oder Empfehlungen in AI Overviews erfolgen.
Umso mehr stellt sich die Frage, wie sehr es sich unter diesen Voraussetzungen noch lohnt, die eigene SEO-Strategie anzupassen, nur um von Künstlichen Intelligenzen als Quelle für eine Antwort auf eine gesundheitliche Frage zitiert zu werden, die offenbar immer mehr Menschen vollkommen ausreicht und eben nicht dazu veranlasst, auch die Quelle(n) selbst zu konsultieren.

Ist SEO diesmal wirklich tot?
Totgesagte leben länger. Denn tatsächlich wurde SEO seit 2016 insgesamt schon 4852-mal für tot erklärt. Normalerweise würden wir an dieser Stelle also müde lächeln, den bewährten „SEO ist nicht tot, SEO verändert sich“-Absatz schreiben und zum Tagesgeschäft übergehen. Aber dann haben wir die Zahlen seit Mai 2025 gesehen. Und seitdem lächeln wir nicht mehr müde, sondern eher gar nicht mehr.
230 Millionen Menschen fragen ChatGPT jede Woche, weil sie selbst oder ein(e) Angehörige(r) ein gesundheitliches Problem haben, für das eine Lösung her muss. Nicht ihren Arzt. Nicht Google. ChatGPT, eine Künstliche Intelligenz. Das sind mehr Menschen, als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen Einwohner haben. Und bei denen, die doch (noch) eine klassische Suchmaschine aka Google nutzen, bricht die Click-Through-Rate gerade um 61 % ein.
Der Haupttreiber dieser Entwicklung hat einen Namen: AI Overviews. Googles generative KI-Zusammenfassungen, die direkt über den organischen Ergebnissen erscheinen und die Antwort liefern, bevor der Nutzer auch nur daran denkt, auf einen Link zu klicken. Ausgerollt wurden die AI Overviews zunächst nur in den USA, und zwar im März 2024. Ein Jahr später, im März 2025 folgte der Launch in Deutschland. Wenige Monate später, Anfang Oktober 2025, kam dann auch Googles AI-Mode zu uns. Das Ergebnis: 82 % aller Suchanfragen zu Healthcare-Themen beatwortet Google mittlerweile mit einem AI Overview (Stand Januar 2026).
Nichtsdestotrotz ist SEO nach wie vor für fast all unsere Kundenprojekte das mit Abstand wichtigste Werkzeug, wenn es um Traffic-Generierung und Themenrecherche geht, die weit über SEO hinaus nutzbar sind. Denn unter dem allgemeinen Abwärtstrend organischer Klicks leiden nicht nur einzelne Projekte, sondern flächendeckend fast jede Website, unabhängig von der Entwicklung ihrer Sichtbarkeit und Impressionen bei Google. Insbesondere Websites, die vor allem informieren und nicht in erster Linie mit eigener Shop-Funktion verkaufen. Von kleinen Nischenportalen, bis hin zu großen Verlagswebsites und News-Portalen, die auch schon zahlreich gegen Google klagen.
„EEAT wird durch Künstliche Intelligenz nicht obsolet. EEAT ist die Voraussetzung für KI-Sichtbarkeit.“
Arne Heddinga, unser SEO-Berater & KI-Experte
Steile These? Dachten wir auch – bis wir genauer hingeschaut haben. Und das tun wir für Sie und Ihr Healthcare-Projekt natürlich auch gern.
Das Krokodil und der Blindflug: was gerade mit SEO passiert
Die Schere zwischen Sichtbarkeit und Traffic öffnet sich dramatisch. AI Overviews erscheinen nahezu bei allen Suchanfragen zu gesundheitlichen oder medizinischen Themen. Die Click-Through-Rate bricht ein und sogar Branchenriesen verlieren massiv. Für Healthcare-Unternehmen bedeutet das: Ihre Position auf der Suchergebnisseite (SERP) erscheint wertlos, wenn ohnehin bald niemand mehr klickt. Doch das ist ein Trugschluss.
- Es stimmt nicht, dass bald niemand mehr klickt. Trotz CTR-Einbruch bleiben SEO und der organische Suchmaschinen-Traffic der mit Abstand wichtigste Traffic-Lieferant. Lediglich das Gesamtpotential ist geringer geworden, jedoch nicht bedeutungslos.
- Und selbst wenn irgendwann niemand mehr klicken sollte, sind die SERP-Rankings nicht wertlos. Denn um in einem YMYL-Bereich wie Healthcare signifikante Reichweite zu erzielen, war schon vor den AI Overviews viel (redaktioneller) Aufwand notwendig. Und genau dieser Aufwand zahlt sich nun, im KI-Zeitalter, weiterhin aus, weil er jetzt zusätzlich zu mehr Sichtbarkeit in den KI-generierten Antworten führt.
Long Story Short: Rankings bleiben mindestens ein Indikator dafür, ob der eigene Content die Intention zu einem Keyword oder Thema – sei es in Social Media oder auf Google – bestmöglich trifft.
Das Krokodil öffnet sein Maul
Diese Metapher beschreibt das aktuelle SEO-Dilemma besser als jede Statistik. Geprägt von verschiedenen Agenturen, beschreibt sie das Phänomen, das jedem SEO-Verantwortlichen den Schlaf raubt: Die Impressionen steigen, die Klicks sinken, und der Abstand zwischen den beiden Verlaufskurven wird mit jedem Quartal größer.

Ein Beispiel aus dem Healthcare-Bereich
Stellen Sie sich vor, Sie betreuen als PR-Agentur den Hersteller eines Venentherapeutikums. Der umfangreiche Ratgeber „Krampfadern vorbeugen“ auf der Marken-eigenen Webseite landete dank zahlreicher SEO-Maßnahmen bislang auf Platz 3 in der Suchergebnissen (SERP), wenn Betroffene nach der Keyword-Kombination „Krampfadern Behandlung“ suchten (Suchvolumen: 12.100/Monat).
Dieses erfreuliche Ranking löste vor den AI Overviews etwa 600 Klicks pro Monat aus (CTR). Seit die Google-KI kräftig mitmischt, sind es monatlich nur noch etwa 230 Klicks. Ein Rückgang um 62 %. Die Google Search Console zeigt grüne Zahlen bei den Impressionen und rote Zahlen bei den Klicks. Das Krokodil hat sein Maul geöffnet.
Von den verheerenden Auswirkungen auf die CTR war bereits die Rede: minus 61 %, bei bezahlten Anzeigen sogar minus 68 %. Wen wundert’s? Jede Suchanfrage, die darauf abzielt, eine Lösung für ein medizinisches oder gesundheitliches Problem zu finden (Treatment- oder Procedure-Queries), wird inzwischen mit einem AI Overview beantwortet.
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Healthcare-Webseiten, die in diesen AI Overviews als Quelle zitiert werden, verzeichnen eine um 35 % höhere organische CTR. Und bei den meisten Suchen (Queries), bei denen der konkrete Name eines bestimmten Healthcare-Produktes eingeben wird, sowie bei der Suche nach Ärztinnen und Ärzten in der Nähe werden keine AI Overviews angezeigt.

Wo die KI nach Content sucht
Erste Analysen zeigen, dass KI-Plattformen für ihre Zusammenfassungen in fast 90 % der Fälle Content von Webseiten zitieren, die Google in die Top-20 seiner Suchergebnisse einordnet. Für Healthcare-Unternehmen bedeutet das: Bieten sie auf ihren Webseiten hochwertigen und quellenbasierten Healthcare-Content an, können sie in den AI Overviews sogar eher genannt werden als die allseits bekannten „Platzhirsche“ im Markt, die mit ihrem Content noch nicht in der neuen SEO-Welt angekommen sind.
Beantwortet ChatGPT Anfragen zu gesundheitlichen Problemen, haben 28 % der zitierten Webseiten null organische Sichtbarkeit bei Google. Mit anderen Worten: Healthcare-Webseiten müssen nicht zwingend auf der ersten Suchergebnisseite (SERP) von Google erscheinen, um von KI-Plattformen als Quelle genutzt zu werden.
Warum „AI first“ trotzdem eine riskante Wette sein könnte
Wir wollen hier aber keine falschen Hoffnungen wecken. Wikipedia, Reddit und TechRadar, allein dieses Trio „kontrolliert“ knapp ein Viertel aller ChatGPT-Zitate. Für alle anderen wird der Kuchen schlicht kleiner. Und Google? Googles organischer Suchverkehr stieg allen neuen KI-Plattformen zum Trotz um knapp 16 %. Ein gefundenes Fressen für alle KI-Skeptiker:innen. Aber sie haben da wirklich einen Punkt: Wer sein gesamtes Budget auf „AI first “ setzt, könnte am Ende einen teuren Fehler machen.
Welche Quellen KI-Plattformen am häufigsten zitieren
| Plattform | Einfluss auf KI-Plattformen | Quelle |
|---|---|---|
| YouTube | 4,4 % aller Zitate in AI-Overview | AI Visibility Report, 2025 |
| 87 % mehr Zitate bei ChatGPT | Profound, 2025 | |
| Beiträge, die bei Google ranken, speisen AI Overviews | Envisionit, Dez. 2025 | |
| Wikipedia | 62 % mehr Zitate bei ChatGPT 7,8 % aller ChatGPT-Zitierungen | Profound, 2025 |
Was bedeutet das für die Patient Journey?
In einer perfekten Welt sah die Patient Journey für Hersteller von OTC-Präparaten bislang idealerweise so aus:
- Potenzielle Kund:innen suchen mit Google nach der Lösung für ein gesundheitliches Problem (z.B. „Heuschnupfen Behandlung“).
- Ein Pharma-Unternehmen mit OTC-Präparaten gegen Heuschnupfen im Portfolio hat eine umfangreiche, suchmaschinenoptimierte Webseite zu diesem Thema, die auf Platz drei in den Google-Suchergebnissen (SERP) erscheint.
- Patient:innen klicken auf den Link (CTR), informieren sich auf der Hersteller-Webseite über das Krankheitsbild (Heuschnupfen) und über das OTC-Präparat.
- Content und Webseite wirken auf die Patient:innen verlässlich und vertrauenswürdig. Sie treffen eine Kaufentscheidung.
- Patient:innen gehen in eine Vor-Ort-Apotheke oder bestellen das OTC-Präparat, welches sie auf der Hersteller-Webseite kennengelernt haben, bei einer Versandapotheke.
- Patient:innen nehmen das OTC-Präparat ein, stellen fest, dass es ihre Beschwerden lindert, wodurch ihr Vertrauen in die Marke beziehungsweise den Hersteller zusätzlich gestärkt wird.
- Treten ihre Heuschnupfen-Beschwerden erneut auf, werden Patient:innen mit hoher Wahrscheinlichkeit jenes OTC-Präparat erneut kaufen, das ihnen bereits geholfen hat, und dessen Hersteller sie aufgrund ihres zurückliegenden Besuches auf der Webseite ebenfalls in guter Erinnerung haben.
Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Rx-Präparaten) verlief die Patient-Journey bislang recht ähnlich. Allerdings muss hier, nachdem die Inhalte auf der Hersteller-Webseite überzeugt haben und aufgrund dessen eine Therapieentscheidung getroffen wurde, zunächst eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, die oder der für das Medikament ein Rezept ausstellen muss.
KI-generierte Zusammenfassungen (AI Overviews) kappen diese Patient-Journey an der für Healthcare-Unternehmen entscheidenden Stelle: zwischen Suche und Klick. Die Patient:innen googeln beispielsweise „Venenschwäche Symptome“, bekommen eine AI-Overview – und haben keinen Grund mehr, Ihre Seite zu besuchen.
230 Millionen fragen, aber
Null klicken
Die Zahlen von OpenAI sind so absurd groß, dass man sie zweimal lesen muss: 230 Millionen Menschen stellen jede Woche Gesundheitsfragen an ChatGPT. Besonders aufschlussreich ist der Nacht-Effekt: 70 % der Gesundheitsanfragen werden außerhalb der Sprechstundenzeiten von Arztpraxen gestellt. Nachts um zwei, wenn der Magen schmerzt und die Hausärztin oder der Hausarzt nicht erreichbar ist, füllt ChatGPT diese zeitliche Lücke und wird zum neuen ersten Ansprechpartner. Dazu kommen mehr als 580.000 Nachrichten pro Woche aus ländlichen Gebieten mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung (engl. „medical deserts“).
Hinzukommt, dass Patient:innen nachts um zwei nicht nur nach Produktinformationen suchen. Sie suchen nach emotionaler Sicherheit. Wenn Ihre Inhalte nur Dosierungsangaben liefern, aber nicht das Bedürfnis nach Beruhigung befriedigen, verlieren Sie Ihren Touchpoint an eine KI, die immer häufiger „empathischer“ antwortet als Ihre FAQ-Seite. Eine JAMA-Studie bestätigt: ChatGPT wurde in 78,6 % der Evaluierungen gegenüber Ärztinnen und Ärzten bevorzugt, weil die KI-Antworten auf die Nutzer:innen verständlicher und einfühlsamer wirkten.
Auch Deutschland vertraut der KI (fast) so sehr wie Google
Die Telemedizin-Plattform ZAVA ließ 2025 mehr als 1000 Deutsche ab 16 Jahren befragen. Die Ergebnisse sind ein Weckruf (siehe Tabellen unten).
Fast jeder Dritte der 25–34-Jährigen würde also bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst ChatGPT konsultieren – nicht mehr Google, keine Ärztin und keinen Arzt. Das sind keine Zukunftsprognosen. Das ist der Status quo.
Wer fragt wen bei gesundheitlichen Problemen?
| Altersgruppe | Zuerst ChatGPT | Zuerst Google |
|---|---|---|
| 16 bis 24 Jahre | 23,08 % | unter 23 % |
| 25 bis 34 Jahre | 29,86 % | unter 30 % |
| 55+ Jahre | unter 10 % | über 30 % |
Wem vertrauen Menschen bei gesundheitlichen Problemen?
| Quelle | Vertrauensquote | Tendenz |
|---|---|---|
| Ärztin/Arzt (persönlich) | 91,0 % | Stabil |
| Gesundheitsportale | 57,0 % | Leicht sinkend |
| 24,3 % | Stabil | |
| ChatGPT | 24,1 % | Steigend |
| Hersteller-Webseiten | 27,0 % | Stabil |
Warum das alles noch brisanter werden könnte
Mit Gesundheitskompetenz (engl. Health Literacy) wird im Allgemeinen die Fähigkeit bezeichnet, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden, um informierte Entscheidungen zur Förderung und Erhaltung der eigenen Gesundheit zu treffen.
Doch diese Fähigkeit scheint in Deutschland nicht besonders verbreitet zu sein. Nur 24,2 % der Deutschen verfügen laut „Health Literacy Survey 2024“ der TU München über eine hohe Gesundheitskompetenz. Mehr als Dreiviertel der Befragten (75,8 %) haben dagegen eine eingeschränkte oder problematische Health Literacy. Drei von vier Deutschen haben also eher Schwierigkeiten, Gesundheitsinformationen im Internet zu finden und richtig einzuordnen. Genau diese Menschen fragen jetzt ChatGPT. Hochwertiger, verständlicher, quellenbasierter Medical Content ist mittlerweile also nicht nur ein SEO-Vorteil, sondern gesamtgesellschaftlich betrachtet absolut notwendig – mehr denn je.
GEO und GAIO sind das neue SEO – oder doch nicht?
Okay, frischen wir zunächst nochmal die Begrifflichkeiten auf, bevor wir in die Argumentation einsteigen:
- SEO (Suchmaschinenoptimierung) hat zum Ziel, Webseiten inhaltlich so zu gestalten, dass sie z.B. bei Anfragen zu bestimmten Healthcare-Keywords auf den Ergebnisseiten (SERP) von Google und weiteren Suchmaschinen möglichst weit oben platziert werden. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer:innen diesen Links folgen, wodurch sich der Traffic auf den verlinkten Webseiten verbessern kann. Und diese Zunahme kann sich im weiteren Verlauf und unter der Bedingung, dass SEO-Maßnahmen kontinuierlich fortgesetzt werden, erneut positiv auf das SERP-Ranking auswirken. So entsteht im besten Fall eine nachhaltige Aufwärtsspirale.
- GEO gehört zu den neuen Content-Strategien, die das noch junge KI-Zeitalter hervorgebracht hat. Die Abkürzung steht für „Generative Engine Optimization“ und meint, dass Healthcare-Content so aufbereitet wird, dass er von KI-Plattformen wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews oder Claude richtig verstanden und zitiert wird. Da in einigen (leider nicht in allen) KI-generierten Zusammenfassungen zitierte Quellen verlinkt werden, besteht hier zumindest eine kleine Chance, dass die Nutzer:innen zusätzlich die verlinkten (zitierten) Webseiten besuchen.
- GAIO (Generative AI Optimization) könnte so etwas wie die Zwillingsschwester von GEO sein, legt den Fokus bei der Content-Strategie und der Content-Erstellung aber deutlich stärker auf die Brand Visibility, also darauf, dass Healthcare-Marken von KI-Plattformen in bestimmten thematischen Kontexten, als relevant eingeschätzt und in AI Overviews namentlich erwähnt werden. Um dies zu erreichen, kommt es nicht nur darauf an, die eigene Webseite möglichst relevant zu gestalten, sondern auch darauf, dafür zu sorgen und zu beobachten, wie häufig und in welchen Zusammenhängen z.B. Fach-, News- oder Vergleichsportale die eigene Marke erwähnen (kontextuelle Relevanz).
„Bei SEO geht es darum, gefunden zu werden. Bei GEO und GAIO geht es darum, verstanden und zitiert zu werden“
Arne Heddinga, unser SEO-Berater & KI-Experte
Bei SEO konkurrieren Healthcare-Marken um eine Position in einer Liste. Bei GEO und GAIO konkurrieren sie darum, ob eine KI-Plattform sie als relevant und zitierwürdig einstuft. Eine Studie verdeutlicht die Kluft: Nur 12 % Überschneidung zwischen Googles Seite-Eins-Ergebnissen und den z.B. von ChatGPT zitierten Quellen. Im Klartext: Eine Healthcare-Marke kann bei Suchanfragen zu bestimmten Healthcare-Themen zu den Top-Treffern gehören und trotzdem für KI-Plattformen nicht existieren. Zur Wahrheit gehört aber auch: Auch bei SEO ging es nie ausschließlich darum, Platz 1 bei Google zu erreichen.
Die Wahrheit liegt in der Synthese: GEO und GAIO sind keine Revolution, sondern vielmehr eine Evolution, eine Weiterentwicklung. Die Prinzipien, die gute Suchmaschinenoptimierung (SEO) ausmachen, waren auch schon die Basis für zitierbaren Content, bevor es AI Overviews gab. Was sich ändert, ist die Gewichtung. Und inzwischen zeigen sich sogar die ersten „Stellschrauben“, die in der KI-Welt vielleicht – noch müssen wir es so vorsichtig formulieren – den Unterschied machen:
- Textabschnitte, die für sich stehen können und ohne Kontext verständlich sind (self-contained chunks).
- Statistiken, z.B. Angaben zur Prävalenz und Inzidenz einer Erkrankung, Studienergebnisse, Überlebensraten usw.
- Strukturierte Daten, die Suchmaschinen helfen, Inhalte besser zu verstehen und den Kontext zu erkennen (Schema-Markup). Das können z.B. FAQ, Rezepte, Produkte oder Bewertungen sein, die dann eventuell in den Suchergebnissen erweitert angezeigt werden (Rich Snippets)
Schwirrt Ihnen gerade der Kopf? Dann kommt hier ein konkretes Beispiel. Es geht um Migräne, eine der häufigsten Kopfschmerzarten und ein Keyword mit sehr hohem Suchvolumen. Die Frage „Was ist Migräne?“ kann eine Healthcare-Webseite auf zwei Arten geben. Raten Sie mal, zu welcher Variante wir raten würden.
- Variante 1: „Migräne ist ein häufiges Leiden, das viele Menschen betrifft. Migräne-Symptome können unterschiedlich sein. Bei Migräne sollten Sie einen Arzt aufsuchen.“
- Variante 2: „Migräne betrifft 14,7 % der Weltbevölkerung (Global Burden of Disease Study, 2019), wobei Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Die mittlere Attackendauer beträgt 4 bis 72 Stunden (IHS-Klassifikation, ICHD-3). Prof. Dr. Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik Kiel, betont: ‚Die frühzeitige Diagnose reduziert Chronifizierungsraten um bis zu 40 % (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, 2024).’“
Variante 1 ist Content: generisch, langweilig, nicht relevant. Variante 2 ist zitierfähiger Content: konkret, zahlenhaltig, expertengestützt, relevant.
Aber Vorsicht: Solche Umformulierungen allein sind das Gegenteil dessen, was Healthcare-Unternehmen jetzt tun sollten, ohne dahinter eine nachhaltige SEO-Strategie für ihre Webseiten zu verfolgen. Der Vergleich soll lediglich deutlich machen, wie Healthcare-Content heute idealerweise aussehen sollte. Und dort, wo das (immer) noch nicht der Fall ist, besteht jetzt, das ist hoffentlich deutlich geworden, erst recht Handlungsbedarf.
Etwas provokanter formuliert: GEO und GAIO sind für uns nicht das neue SEO, sondern das SEO, das wir jedes Mal meinen, wenn wir mit unseren Kund:innen darüber sprechen. Die Zukunft von SEO liegt für uns in seiner Rolle als strategischer Impulsgeber für alle Kanäle.
SEO als Multichannel-Impulsgeber
Googeln fast 15.000 Menschen pro Monat „Migräne was hilft schnell“, dann ist das nicht nur ein relevantes SEO-Keyword, das z.B. Healthcare-Webseiten rund um das Thema Kopfschmerzen auf jeden Fall aufgreifen sollten, sondern ein generelles Informationsbedürfnis, das Healthcare-Unternehmen im Indikationsbereich Kopfschmerzen idealerweise auf allen Kanälen – Instagram, Facebook, TikTok, YouTube, LinkedIn, aufgreifen und befriedigen sollten.
Was das konkret bedeutet? Bleiben wir bei dem Migräne-Beispiel und gehen wir es Schritt für Schritt durch:
| Keyword | „Migräne was hilft schnell“ (Suchvolumen: rund 15.000/Monat) |
| Website | Umfangreicher Ratgeber-Artikel und/oder Themen-Hub mit Quellenangaben, FAQ und Bottom-Line-Up-Front-Struktur |
| Carousel „5 Vorbeuge-Tipps von Migräne-Doc Dagny Holle-Lee“ | |
| TikTok | Video „Woran du eine Migräne-Attacke erkennst“ |
| Fachbeitrag für Neurolog:innen „Migräne: Was die neue Leitlinie empfiehlt“ | |
| YouTube | Erklärvideo „Migräne vs. Spannungskopfschmerz: Was ist der Unterschied?“ |
Ein Keyword, fünf Formate, fünf Plattformen. Und alles speist die KI-Systeme. Vor allem, wenn sie authentisch und „menschengemacht“ sind. Social-Engagement-Signale beeinflussen zunehmend, wie KI-Plattformen die Relevanz von Healthcare-Marken einschätzen. Das Brand Search Volume ist gegenwärtig die stärkste Vorhersagevariable für KI-Sichtbarkeit. Für Marken, die auf vier oder mehr Content-Plattformen präsent sind, wird es nochmal knapp dreimal wahrscheinlicher, dass sie in AI Overviews namentlich erwähnt werden. Healthcare-Webseiten, die ihre Inhalte regelmäßig aktualisieren und erweitern, werden ebenfalls deutlich bevorzugt.
EEAT als Gatekeeper wichtiger denn je
Webseiteninhalte, die Einfluss auf die finanzielle Situation, die Gesundheit oder die Sicherheit von Nutzer:innen haben können („Your Money or Your Life“, kurz YMYL) werden von Google deutlich strenger bewertet. Es gelten besonders hohe Anforderungen an Expertise und Vertrauenswürdigkeit (EEAT):
- E_xperience (Erfahrung): Zeigt, dass die/der Autor(in) persönliche, praktische Erfahrungen mit dem Thema gemacht hat.
- E_xpertise (Fachwissen): Die oder der Autor(in) besitzt nachweisbare fachliche Kompetenz und Wissen auf dem Gebiet.
- A_uthoritativeness (Autorität): Die Website oder die/der Autor(in) gilt als führende Quelle in seiner Nische, belegt durch Backlinks und Erwähnungen.
- T_rustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Die Webseite ist transparent, sicher (HTTPS) und verlässlich.
Bei YMYL-Themen – Gesundheit, Finanzen, Recht – sitzt EEAT vor dem Relevanz-Scoring. Nicht daneben. Nicht dahinter. Davor. Ohne ausreichende EEAT-Signale gelangt Healthcare-Content gar nicht erst in die Ranking-Bewertung. Mehr noch: Google kann Autor:innen anhand ihres Schreibstils identifizieren und ihre Expertise entitätsbasiert einordnen.
Google-Core-Update 2025: der EEAT-Beweis
Das Update rollte insgesamt über 18 Tage aus. Die zuvor veröffentlichten Quality Rater Guidelines (QRG) enthielten bereits erstmals explizite Bewertungskriterien für AI Overviews und erweiterten YMYL auf Wahlen und Bürgerthemen. Die Folge: Selbst die „Platzhirsche“ der medizinischen Online-Information – Healthline, Medical News Today, WebMD, um nur einige zu nennen –, verzeichneten nach dem Google-Update Traffic-Verluste von bis zu 37 %. Das zeigt:
Google verschärft die EEAT-Anforderungen kontinuierlich. Was 2023 noch guter Healthcare-Content war, reicht 2026 eventuell nicht mehr aus.
Authority Building: Über die Website hinaus denken
Healthcare-Marken werden 6,5-mal wahrscheinlicher über Drittquellen als über ihre eigene Domain zitiert, zeigte 2025 der AI Visibility Report. Das bedeutet: SEO, GEO und GAIO sollten immer über die unternehmenseigenen Online-Kanäle hinaus gedacht und kontinuierlich mit der übergeordneten Unternehmenskommunikation (Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Messe- und Kongresse usw.) abgestimmt werden.
SEO, GEO, GAIO – in a Nutshell
Seien wir ehrlich: Niemand weiß genau, wie KI-Plattformen „entscheiden“, welche Quellen sie zitieren und welche nicht. Die ersten Studien, die dazu vorliegen, zeigen lediglich Korrelationen, keine Kausalitäten. Zudem können die Betreiber:innen von KI-Plattformen ihre Modelle jederzeit ändern und werden einen Teufel tun und Details dazu verraten.
Doch viele SEO-Prinzipien, die ursprünglich darauf abzielten, die Platzierung von Healthcare-Webseiten auf Suchergebnisseiten zu verbessern und den Website-Traffic zu erhöhen, können auch nachweislich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, heute in AI Overviews oder von KI-Chatbots zitiert zu werden. Diese Prinzipien gehören für uns unverzichtbar zu all dem, was seriöse und erfolgreiche Healthcare-Kommunikation ausmacht.
Selbst wenn sich die spezifischen KI-Mechanismen ändern – und das werden sie ohne Zweifel –, bleibt die Grundlage dieselbe. Wer SEO, GEO und GAIO ernst nimmt und stets im Blick behält, in einem sensiblen Themenfeld zu arbeiten, Stichwort YMYL und EEAT, der optimiert Webseiten nicht bloß für einen bestimmten Suchalgorithmus oder eine spezielle KI-Plattform, sondern der entwickelt auf allen Kanälen eine moderne und markenspezifische Healthcare-Kommunikation mit seinen Zielgruppen. Und genau diese Kommunikation verlagert sich stärker als je zuvor und befeuert von den aufstrebenden KI-Plattformen von den Arztpraxen und den Apotheken hin zu Google, Gesundheitsportalen und KI-Chatbots.
SEO, GEO, GAIO: Was wir für Sie tun können
Die oben geschilderten Entwicklungen, die bereits stattgefunden haben, gerade stattfinden und noch stattfinden werden, stellen insbesondere Healthcare-Marken für Herausforderungen.
- Haben Sie das Klicks-Impressions-Krokodil bereits kennengelernt?
- Hat das letzte große Google -Update in ihren Rankings auch hässliche Spuren hinterlassen?
- Fragen Sie sich, warum der Content von anderen Healthcare-Unternehmen bereits in einigen AI Overviews zitiert wird und ihre Webseiten zum gleichen Thema nicht?
Dann sollten wir ins Gespräch kommen. Wir holen Sie mit Ihrem Healthcare-Projekt genau dort ab, wie Sie gerade SEO-technisch stehen und entwickeln mit Ihnen gemeinsam eine zeitgemäße SEO-Strategie, die alle verfügbaren Kommunikationskanäle einbezieht und passgenau auf Ihre Zielgruppen zugeschnitten ist. Gern können wir für Ihr internes Marketing-Team zusätzlich einen fundierten SEO-Workshop organisieren.
Schritt 1: Wir analysieren und beurteilen Ihren Status quo. Welche Ihrer SEO-Maßnahmen zeigen bereits Wirkung, welche nicht mehr und wo ist generell noch Luft nach oben? Bei welchen Suchanfragen und Keywords platziert Google Ihre Webseiten bereits unter den Top-20 und bei welchen Themen werden sie komplett ignoriert oder von Mitbewerber:innen in den AI Overviews abgehängt?
Schritt 2: Ihren Ist-Zustand entwickeln wir mit einem 360-Grad-Ansatz weiter. Wir stellen für Sie Redaktions- und Themenpläne für Ihre Webseiten und Ihre Social-Media-Auftritte zusammen. Wir geben Empfehlungen ab, wo und wie Sie Aufbau und Struktur Ihrer Webseiten anpassen sollten – Menüführung, Inhaltsverzeichnisse, Artikelzusammenfassungen, Quellenangaben, Zitat-Boxen, Quiz-Elemente, Fragebögen, FAQ usw. –, um die Zitierfähigkeit und die Verweildauer Ihrer Nutzer:innen zu erhöhen.
Schritt 3: In enger Absprache mit Ihren internen Teams etablieren wir gern einen neuen und kontinuierlichen SEO-Workflow.
- Unser Medical-Writing-Team kann z.B. neue Ratgebertexte für Ihre Webseiten schreiben.
- Unser Design-Department kann für Sie aufmerksamkeitsstarke Social-Media-Assets erstellen.
- Unsere Web Developer können Sie beim Aufbau einer neuen oder beim Relaunch einer bereits vorhandenen Webseite unterstützen.
Schritt 4: Wir beobachten und dokumentieren Ihren SEO-Erfolg. Dafür verwenden wir bewährte Tools wie SISTRIX oder die Google Search Console. Sie können von uns regelmäßige Reportings erhalten und weitere redaktionelle Empfehlungen dazu, wie Sie Ihren SEO-Erfolg weiter ausbauen und verstetigen können.
Wie viel SEO, GEO, GAIO darfs denn sein?
Bei uns können Sie zwischen drei unterschiedlichen Paketen wählen. Entscheiden Sie selbst, wie viel Aufwand Sie betreiben wollen und welche Ziele Sie mit Ihrer SEO-Strategie erreichen wollen. Dabei können wir Sie gern beraten. Selbstverständlich können wir für Ihr Healthcare-Projekt auch ein ganz individuelles Paket schnüren. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!