Projekte Tiofant

Mit Törööö gegen Diarrhö

Eine gute Frage, hat mal jemand Kluges gesagt, ist der beste Anstoß zu mehr Kreativität. Bei diesem Projekt lautete sie: Wie wird ein sensibles Thema wie Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern visuell greifbar – ohne es zu sehr zu verniedlichen und ohne die medizinische Seriosität zu verlieren?

Unsere Antwort: Mit einem Elefanten. Aber nicht mit irgendeinem Elefanten, sondern mit dem Tiofanten.

Der Start: Ein Produktlaunch braucht Persönlichkeit

2025 wurde die Tiorfan® Suspension, ein Arzneimittel zur Behandlung von akutem Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern, neu auf dem deutschen Markt eingeführt. Das Produkt stammt von der Bioprojet Deutschland GmbH und sollte für die Markteinführung ein unverwechselbares visuelles Gesicht bekommen.

Unsere Aufgabe war klar formuliert: Ein starkes Key Visual entwickeln, das medizinische Kompetenz, kindliche Nahbarkeit und Markenidentität miteinander verbindet.

Das Ergebnis: der Tiofant – ein kleiner, sympathischer Elefant im Kleinkindalter.

2D oder 3D? Eine strategische Grundsatzentscheidung

Bevor jedoch der erste Rüssel gezeichnet wurde, stand eine strategische Frage im Raum: Soll das Key Visual zweidimensional oder dreidimensional umgesetzt werden?

Die Optionen:

2D-Illustration

  • kostengünstiger in der initialen Erstellung
  • jede neue Pose muss neu gezeichnet werden

3D-Illustration

  • höhere Initialkosten
  • flexible Anpassung von Position, Licht, Perspektive
  • einfache Umsetzung neuer Szenarien
  • Möglichkeit für Animationen (Website, Messe, Promo-Videos)

Gerade für eine langfristige Produktplatzierung im Healthcare-Bereich kann also ein 3D-Charakter enorme Vorteile bringen. Er lässt sich immer wieder neu inszenieren, weiterentwickeln sowie medien- und kanalübergreifend einsetzen.

Gemeinsam mit dem Kunden haben wir uns deshalb für die strategisch nachhaltige Lösung entschieden: ein 3D-Keyvisual mit langfristiger Markenperspektive.

Die größte Herausforderung: Wie sieht ein junger Elefant aus?

Diese Frage war wirklich die härteste Nuss, die wir zu Beginn des kreativen Prozesses knacken mussten.

Unser Illustrator Max entwickelte zunächst drei unterschiedliche Designrichtungen. Ziel war es, gemeinsam mit dem Kunden ein Gefühl dafür zu entwickeln, wohin die visuelle Reise gehen soll.

Beim ersten Feedback wurde deutlich: Der Elefant sollte jünger wirken. Kleinkindlich. Sanft. Freundlich. Also ging es zurück an den digitalen Zeichentisch.

Max entwickelte drei neue Entwürfe mit deutlich jüngeren Elefantenvarianten.

In mehreren Feedback-Runden wurden Details kombiniert, angepasst, verfeinert. Die Form der Ohren, der Blick, die Körperhaltung, die Proportionen, Schritt für Schritt entstand eine finale zweidimensionale Skizze.

Dürfen wir vorstellen? Der Tiofant.

Und ja – es waren mehr Korrekturschleifen als üblich. Aber genau die braucht es manchmal, um wirklich die beste Lösung zu finden.

Vom Sketch zur 3D-Marke

Nachdem die 2D-Version final abgestimmt war, begann die eigentliche technische Meisterleistung: Die Übertragung in die dritte Dimension.

Hier zeigte sich der Vorteil der gewählten Strategie. Der Tiofant wurde:

  • in unterschiedlichen Lichtverhältnissen modelliert
  • mit variierenden Schatten umgesetzt
  • in verschiedenen Körperhaltungen ausgearbeitet
  • in Proportionen feinjustiert

Der Feinschliff war ebenso intensiv wie die kreative Findungsphase.

Ein Healthcare-Charakter funktioniert nur, wenn jede Nuance stimmt. Zu verspielt? Unpassend. Zu technisch? Auch unpassend. Die Balance macht den Unterschied.

Mehr als nur ein Elefant

Parallel zur 3D-Entwicklung entstanden zusätzliche Objekte, die den Anwendungsbezug visuell unterstützen:

  • eine Erdbeere für den Geschmack der Suspension
  • eine Dosierspritze zur Verabreichung
  • eine Toilette als subtiler Hinweis auf die Indikation

Der Tiofant wurde mit und ohne diese Elemente in unterschiedlichen Posen finalisiert.

Und ja, die Version mit dem Tiofanten auf der Toilette sorgte intern wie extern für ein Schmunzeln. Aber genau diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und liebevoller Leichtigkeit macht gute Healthcare-Kommunikation aus.

Learnings: Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis

Der Tiofant war kein Projekt mit Schnellschuss-Charakter. Er war ein iterativer Prozess. Ein behutsames Annähern. Ein gemeinsames Ringen um Details. Manchmal braucht es mehr als zwei Korrekturschleifen. Manchmal braucht es Geduld. Und manchmal entsteht gerade daraus etwas Besonderes.

Für uns war dieses Projekt ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig es ist, Raum für kreative Entwicklung einzuplanen – gerade im Branding-Prozess.

Ein Projekt, das die ganze Agentur begeistert hat

Selten waren wir intern so gespannt auf die nächste Vorschau-Datei wie bei diesem Projekt.

Jede neue Version des Tiofanten wurde mit Neugier erwartet. Jede Anpassung diskutiert. Jede Pose gefeiert.

Es war eines dieser Projekte, bei denen man merkt: Hier entsteht etwas mit Charakter.

Unser Fazit

Ein Produktlaunch im Healthcare-Markt braucht mehr als Information. Er braucht Persönlichkeit. Wiedererkennung. Emotionalität – ohne an Seriosität zu verlieren.

Mit dem Tiofanten haben wir für Tiorfan® ein Key Visual geschaffen, das medizinische Kompetenz mit kindgerechter Ansprache verbindet. Strategisch durchdacht. Technisch flexibel. Markenstark.

Und ja, wir sind ein kleines bisschen stolz darauf.

Ohne diese Crew wäre das alles nicht möglich gewesen

Glatzköpfiger Mann mit Brille und Bart lächelt vor grauem Hintergrund.
Max
Web Developer

„Gut designte Maskottchen können einem Werbeauftritt eine große Portion Charme und Unterhaltungswert verpassen. Als Comic- und Animationsfan hatte ich viel Spaß daran, die Entstehung des Tiofanten von der ersten Skizze bis zur finalen 3D-Grafik zu begleiten.“

Frau mit langem braunem Haar lächelt in die Kamera, trägt schwarzen Rollkragenpullover.
Ann-Sophie
Consultant

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